Die richtige Kleidung am Urlaubsort

 

 

 

 
 
(03.06.2007)
Die Frage nach der richtigen Bekleidung auf Reisen in warmen Ländern lässt sich eigentlich in einem Satz beantworten: Man sollte sich so wenig ausziehen wie möglich.

Die meisten Urlauber machen genau das Gegenteil von dem, was schicklich wäre: Sobald die Sonne scheint, fallen die Hüllen. Das kann in vielen Ländern aus religiösen Gründen ein Problem sein, ganz sicher ist es oft ein optisches - offene Hemden über bloßem Bauch und Spaghettiträger-Tops stehen nur wenigen.

«Wohlverpackt ist netter als unverpackt», ist daher der Ratschlag von Etikette-Expertin Susanne Kind-Friz aus Göppingen. Er kurze Sachen tragen wolle, «sollte vorher einen selbstkritischen Blick in den Spiegel werfen», sie. «Im Zweifelsfall sollte lieber lange Kleidung gewählt werden, etwa aus Leinen oder leichter Baumwolle.»

Für den Innenstadtbummel oder das Restaurant seien bedeckte Gliedmaße ohnehin die korrekte Wahl. «Shorts sind nur gut am Strand», sagt auch die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Sie stört sich aber auch am beliebten bauchfreien Top: «Das geht gar nicht mehr.» Und das sei noch nicht einmal eine Frage der Figur: «Es sieht einfach meistens nicht gut aus.»

Das bestätigt auch Susanne Kind-Friz: «Besonders scheußlich ist es, wenn junge Frauen ihre Speckfalte über der Jeans zeigen.» Beide Expertinnen verweisen auch darauf, dass Reisende sich stets genau über die Regeln und Gesetze in ihrem Urlaubsland informieren sollten.

So geht zum Beispiel in den USA «oben ohne» am Strand fast nirgendwo. Und auch in islamischen Ländern sollte sich niemand zu sehr entblößen. «Dort herrscht eine andere Reizkultur, und die Menschen reagieren schneller», warnt Kind-Friz. «Frauen, die bedeckt gehen, gelten außerdem als sehr ehrwürdig - die anderen nicht.»

Mit Bedacht sollten auch die bei Hitze so beliebten Trägerhemdchen gewählt werden. Der Oberarm sollte dafür fest sein, der Busen nicht zu groß, und wer einen BH tragen möchte, sollte den Träger nicht sehen lassen. «Ob Spaghettiträger-Tops gehen, ist übrigens keine Frage des Alters», sagt Lis Droste aus Frankfurt/Main, die Präsidentin der Etikette Trainer International (ETI). Auch eine schlanke 50-Jährige könne im Spaghettiträger-Kleid noch sehr hübsch aussehen. «Es sollte nur nie aufreizend wirken.» Denn auch Drostes Rat bei der Wahl von Sommerkleidung ist ein selbstkritischer Blick in den Spiegel. Außerdem gelte: «Man sollte mit seinen Reizen geizen.»

Genau diesen Grundsatz aber beherzigen viele Frauen beim Thema Dekolleté nicht. Sie handeln eher nach dem Motto «Ich zeig jetzt mal alles, was ich zu bieten habe». In manchen Fällen möchte man aber gar so viel sehen. «Die Voraussetzung für einen tiefen Ausschnitt ist ein junges oder schönes Dekolleté», sagt Lis Droste. Wenn also ein Dekolleté schlaff und knittrig ist, sollte die Bluse ein wenig höher zugeknöpft werden. Abends darf mehr gezeigt werden als tagsüber.

Kopfbedeckungen sind für Reisende ein unerwartet holpriges Terrain. Das Baseball-Käppi verkehrt herum getragen ist sehr beliebt. «Aber damit sieht jeder deppert aus», urteilt Lis Droste. «Auch seitlich gedreht geht gar nicht, auch bei jungen Leute nicht.» Droste rät Herren zu einem Panama-Hut: «Die kann man zusammenrollen und in den Koffer stecken.» Die hellen Strohhüte mit den meist dunklen Bändern stünden auch Frauen sehr gut. «Besonders elegant, etwa zum Sommerkleid, ist jedoch ein Strohhut mit breiter Krempe.»

Auch ein Hut sollte aber passen - wenn er auf dem Kopf thront wie die Krone bei der Queen, ist er zu klein. Droste rät zu einer sorgfältigen Anprobe. Ein aus der Tageszeitung gefalteter Hut als Sonnenschutz geht übrigens nie - außer bei Malern. «Das gleiche gilt für ein Taschentuch mit Knoten an den vier Zipfeln», so Droste. Das sei ein Relikt aus den Fünfzigern, als man noch stolz auf günstige Provisorien war. «Und auch ein Safarihut ist nur passend auf Safari.»

Dann sind da noch die Sonnenbrillen. In dieser Saison sind sehr große Modelle angesagt. Nur sehen die meisten Menschen damit aus wie «Puck die Stubenfliege». «Wer nicht eher der Modell-Typ mit ovalem Gesicht und schmaler Figur ist, sollte die Finger davon lassen», warnt Kind-Friz. Auch für Fliegerbrillen muss man der Richtige sein, und die Zeiten von Detektiv Magnum sind lange vorbei. Die Skibrille, die sich schmal um den Kopf legt, ist bestenfalls für Kitesurfer cool - aber nicht für Kampftrinker in der Abendsonne. «Man sollte die Sachen so einsetzen, wie sie gedacht sind», rät Maria Hans. (Hilke Segbers, dpa)


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