Das Königreich Marokko ( ) ist ein Staat in Nordwest-Afrika.
Es grenzt an Algerien, die (von Marokko nicht anerkannte und seit 1979 annektierte) Republik Westsahara, die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, den Atlantik und das Mittelmeer.
Neben der arabischen Amtssprache sind zahlreiche Berbersprachen (Tachelhit, Tamazight, Ghomara, Tarifit, Senhaja de Srair, und ehemals auch Judeo-Berberisch), Französisch (als Geschäfts- und Bildungssprache) und Spanisch in Gebrauch.
Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Thronbesteigung des Königs).
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Religion
3 Politik
3.1 Staatsform
4 Geographie
5 Weblinks
Geschichte
Seit 500.000 Jahren bildet Marokko eine Brücke zwischen Orient, Afrika und Europa. Ausgrabungsfunde und Felszeichnungen belegen, dass das Land bereits sehr früh besiedelt war. Über die ersten Berber, die vermutlich vom Osten her kamen, ist wenig bekannt.
Beherrscht wurde Marokko in der Geschichte von Dynastien die teils berberischer, teils arabischer Herkunft waren und sind. Die Idrisiden herrschten zwischen 788 und 985, die Almoraviden zwischen 1052 und 1147, die Almohaden zwischen 1147 und 1269, die Meriniden zwischen den Jahren 1244 und 1465 die Saadier nur kurz von 1554 bis 1660. Seitdem regiert die Dynastie der Alawiden Marokko, unterbrochen von einem 44 Jahre währenden Protektorat von Frankreich und Spanien zwischen 1912 und 1956.
Im Zuge der Reconquista hatten Spanier und Portugiesen einige Stützpunkte an der Küste besetzt. So war Tanger von 1471 bis 1580 portugiesisch, Melilla wurde 1497 spanisch. Seit 1830 Algier französisch geworden war, wurde Algerien auf Kosten Marokkos vergrößert. Die spanische Kolonie Rio de Oro (die spätere Westsahara) umfasste ebenfalls von Marokko beanspruchte Gebiete.
Nach der Unabhängigkeit 1956 und dem Tod von Muhammad V. wurde Marokko 1962 in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt. Doch schon 1965 löste Hassan II. das Parlament auf und übernahm die Regierung selbst. Vor allem gegen die linke Opposition wurde vorgegangen. So wurde der linke Oppositionspolitiker Ben Barka in seinem Pariser Exil entführt und ermordet.
Gegen die Herrschaft Hassan II. ausgelöste republikanische Putsch scheiterten aber 1971 und 1972. Im November 1975 initiierte Hassan II. den »Grünen Marsch«, bei dem 350.000 Marokkaner die spanische Kolonie Westsahara besetzten.
Marokko hatte seitdem mit dem militärischen Widerstand der Einwohner unter der POLISARIO zu kämpfen (Westsaharakonflikt). 1997 kam es zu einem Abkommen mit der POLISARIO, das ein Referendum über die Zukunft der Westsahara für 1998 vorsah, das seitdem aber immer wieder verschoben wurde.
1998 kam bei den Parlamentswahlen erstmals die linke Opposition unter Youssoufi an die Regierung. Nach dem Tod Hassan II. (1999) trat sein Sohn Muhammad VI. seine Nachfolge an und leitete demokratische Reformen ein, die aber die starke Stellung des Königs in der Politik noch nicht berührt haben.
Zur Zeit hat Marokko erhebliche wirtschaftliche Probleme durch die schnell wachsende Bevölkerung, weshalb besonders die Jugend und die Akademiker nicht mit ausreichend Arbeitsplätzen versorgt werden können. Auch die Liberalisierung der Staatsbetriebe zur Belebung der Wirtschaft verläuft nur schleppend.
Marokko wurde seit Beginn der historischen Überlieferung von Berberstämmen bewohnt die im 3. Jhdt.v.Chr. das Königreich Mauretanien bildeten.
Nach der römischen Herrschaft mussten sich die Berber am Ende des 7. Jahrhunderts den Muslimen unterwerfen. Schnell wurde der Islam von den Berbern übernommen, doch kam es wegen Diskriminierungen durch die arabischen Muslime bald zu Aufständen.
Diese führten schon im 8. Jahrhundert zur Bildung eigenständiger Reiche. Die bedeutendsten Dynastien im Mittelalter waren die Almoraviden, die Almohaden und Meriniden. Den Almohaden gelang im 12. Jahrhundert sogar die erstmalige Vereinigung des Maghreb unter dem Einschluss von Andalusien. Die folgenden Dynastien blieben in ihrer Herrschaft weitgehend auf Marokko beschränkt.
Seit dem 15. Jahrhundert war die Berberbevölkerung auch weitgehend arabisiert. Mit den Alawiden kam im 17. Jahrhundert, die bis heute in Marokko regierende Dynastie an die Macht. Sie konnte die Unabhängigkeit des Landes gegenüber den europäischen Kolonialmächten recht lange behaupten und musste erst 1912 das französische Protektorat anerkennen.
Doch schon bald nach dem 2. Weltkrieg war Frankreich gezwungen Marokko in die Unabhängigkeit zu entlassen (1956). Seitdem schlug Marokko unter den fast absolut regierenden Königen einen prowestlichen Kurs ein.
Religion
Der Islam ist Staatsreligion, fast alle Einwohner sind Sunniten. Darüber hinaus gibt es noch einige wenige Christen und Juden.
Politik
[...]
Staatsform
Marokko hat eine konstitutionelle Monarchie mit gewissen Vorrechten des Königs.
Seit dem Tod des 38 Jahre regierenden Königs Hassan II. am 23. Juli 1999 regiert sein ältester Sohn als König Mohammed VI. Marokko.
Regierungschef ist Driss Jettou (seit 7. November 2002, parteilos).
Geographie
Rund 54% (1998) der Bevölkerung lebt in Städten.
Die wichtigsten Städte sind:
· Casablanca (Ad-Dar-el-Beida) mit 2.040.623 Einwohnern (1994)
· Rabat mit 1.385.800 Einwohnern (1994)
· Fès (Fez) mit 774.700 Einwohnern (1994)
· Marrakech mit 745.000 Einwohnern (1994)
· Oujda, Agadir, Meknès, Tanger, Kentira, Beni- Mellal, Safi, Tétouan, Kouribga
Weblinks
· Seite des Auswärtigen Amtes Deutschland
· Fotos Marokko
[Quelle]
[Enzyklopädie: Marokko. DB Sonderband: Wikipedia Herbst 2004, S. 182846]
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