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Länderinformationen zu Frankreich

   

 

Frankreich (frz.: France) ist ein demokratischer Staat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, den Atlantik mit dem Ärmelkanal und das Mittelmeer. Neben dem europäischen Territorium gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik, Südamerika, dem Indischen Ozean, Ozeanien und der Antarktis.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Politik
2.1 Politisches System
2.2 Aktuelle politische Lage
2.3 Außen- und Sicherheitspolitik
3 Politische Gliederung
4 Geographie
5 Städte
6 Bevölkerung
7 Sprachen
8 Schulsystem
9 Kunst und Kultur
10 Wirtschaft
11 Sport
12 Tourismus
13 Siehe auch
14 Sekundärliteratur zu Frankreich
15 Weblinks

Geschichte

Inhaltsverzeichnis

1 Westfrankenreich
2 Frankreich
3 Albigenserkriege
4 Hundertjähriger Krieg
5 Hugenottenkriege
6 Absolutismus
7 Französische Revolution
8 Erste Republik
9 Erstes Kaiserreich
10 Restauration
11 Haus Orléans
12 Zweite Republik
13 Zweites Kaiserreich
14 Pariser Kommune
15 Dritte Republik
16 Vichy-Regime
17 Vierte Republik
18 Fünfte Republik
19 Weblinks

Westfrankenreich

Die eigentliche Geschichte Frankreichs als eigenständiger Staat beginnt um 831/832, als Kaiser Ludwig der Fromme von seinen Söhnen entmachtet wurde. Sie teilten das Frankenreich im Vertrag von Verdun 843 endgültig in einen östlichen, einen mittleren und einen westlichen Teil.

Der westliche Teil kann als der Anfang des heutigen Frankreichs betrachtet werden, wobei die Franzosen gerne auch weiter in der Geschichte ausgreifen und dabei Chlodwig I. und sogar Pharamond als erste Könige ansehen. Erste Könige dieses Westteils waren Pippin I. und nach dessen Tod 838 sein jüngerer Halbbruder Karl II., der Kahle.

Die Wurzeln dieser Trennung liegen aber schon früher in den Reichsteilen Neustrien und Austrasien. Danach regierten eine Reihe von Nachfahren Karls des Großen, und zwar Ludwig II., Karlmann, Karl III., Ludwig IV. und Ludwig V., gestorben 986.

Ursprünglich war Frankreich wie das Westfränkische Reich eine einzige Wahlmonarchie. Doch durch eine lange Reihe von Königen, deren erwachsene Söhne ohne Probleme auf den Thron folgten, wurde es bald zur Erbmonarchie und blieb es über 800 Jahre lang bis zur Revolution 1789. Zum Problem wurde, zumindest in den ersten Jahrhunderten, die zunehmende Zersplitterung des Landes durch das Fränkische Erbrecht.

Im Jahre 987 wurde Hugo Capet, Herzog von Franzien, König von Frankreich. Er regierte bis zu seinem Tode in Jahre 996. Sein Sohn Robert II , der Fromme, folgte ihm als König und regierte bis zum Jahre 1031. Auf ihn folgten jeweils mit Heinrich I. (1031-1060), Philipp I. (1060-1108), Ludwig VI. (1108-1137), Ludwig VII. (1137-1180) und Philipp II. Augustus (1180-1223) die Söhne auf die Väter. Im Bunde mit der Kirche und den aufstebenden Städten können die Könige gegen die Feudalherren langsam ihre Macht ausweiten.

Albigenserkriege

Seine direkten Nachkommen im Mannesstamme, die Kapetinger-Dynastie, regierte Frankreich bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1328, als die mit ihnen verwandte Valois-Dynastie, die ebenfalls im Mannesstamme auf Hugo Capet zurückgeht, auf den Thron kam (bis 1498).

Hundertjähriger Krieg

Der so genannte Hundertjährige Krieg von 1339 bis 1453 gegen England wurde erst durch das Eingreifen der so genannten Jungfrau von Orléans, Jeanne d'Arc, einem minderjährigen Bauernmädchen zu Gunsten Frankreichs entschieden. Sie wurde nach dem Sieg der Franzosen in Rouen von den Engländern als Hexe verbrannt, jedoch 1920 heilig gesprochen und zur Nationalheiligen Frankreichs.

Das Ende der direkten Linie der so genannten Kapetinger führte zu Kämpfen, bei denen schließlich Heinrich IV. aus dem Hause Bourbon König wurde. Da er aber Protestant war, musste er zum Katholizismus übertreten um seine Herrschaft zu festigen. Sein Ausspruch "Paris ist eine Messe wert" (katholische Messe), wurde weltberühmt.

Hugenottenkriege

Es folgte eine Zeit, in der zwei Kardinäle - Mazarin und Richelieu - die Geschicke Frankreichs an Stelle minderjähriger Könige regierten und den Protestantismus zum Teil sehr hart zurückdrängten.

Absolutismus

Unter König Ludwig XIV., dem so genannten Sonnenkönig, gelangte Frankreich auf den Gipfel seiner Macht, als der König über eine enorme Machtfülle verfügte. Diese Zeit nennt man Absolutismus. Sein Urenkel Ludwig XV. folgte ihm auf dem Thron; damit begann eine Zeit, in der Frankreich anfing zu stagnieren und von Hofintrigen geplagt zu werden (Madame de Pompadour, Madame Dubarry).

Nach ihm kam sein Enkel Ludwig XVI., der mit Marie Antoinette, einer Tochter der Kaiserin Maria Theresia von Österreich verheiratet war, auf den Thron. Sie lebten ein unbeschwertes Leben und kümmerten sich nicht um das Land, sondern entwickelten eine ausgefeilte, bis heute bewunderte Hofkultur, das so genannte Rokoko. Nach Kriegen, schlechten Ernten und hohen Steuerabgaben berief König Ludwig XVI. 1789 eine alte ständische Versammlung, die Generalstände (États generaux) ein, um die nicht mehr allein zu lösenden Probleme anzugehen.

Letztendlich spaltete sich aber ein Teil der Generalstände, der Dritte Stand, ab und erarbeitete als Nationalversammlung eine Verfassung mit eingeschränkter Macht der Monarchie. Damit begann das Ende des so genannten Ancien Régime ("Alte Herrschaft").

Französische Revolution

Die Französische Revolution begann mit dem Sturm auf die Bastille in Paris am 14. Juli 1789 (heute Nationalfeiertag Frankreichs). Die Revolutionäre wollten dem Absolutismus ein Ende setzen, der mit Ludwig XIV. seine Blütezeit erreichte. Nicht nur einer sollte Rechte haben, sondern das ganze Volk.

Erste Republik

Die Verschärfung der Gegensätze und die (vereitelte) Flucht des Königs führten zu dessen Enthauptung 1793 und zur Errichtung der Ersten Republik. Eine Zeit der Schreckensherrschaft (Terrorherrschaft) unter Robespierre wurde durch die Herrschaft des Direktoriums abgelöst, bis am 18. Brumaire VIII (9. November) 1799 der Feldherr Napoléon Bonaparte als Erster Konsul die Macht ergriff.

Erstes Kaiserreich

Am 2. Dezember 1804 setzte sich Napoléon selbst die Kaiserkrone aufs Haupt.

Bereits unter Ludwig XIV, der Elsaß-Lothringen annektierte und der Republik hatte Frankreich sich auf Kosten seiner Nachbarn erweitert, Napoléon brachte in der Folge den größten Teil Europas unter seine direkte oder indirekte Kontrolle. Nach der verunglückten Mission der Grande Armee ("Großen Armee") gegen Russland 1812 kam das Französische Kaiserreich ins Wanken.

Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig. Nach der Niederlage Napoléons musste er ins Exil nach Elba, einer kleinen Mittelmeerinsel. Ludwig XVIII. wurde als König eingesetzt. 1814 kehrte Napoléon aufs Festland zurück, wo ihn das Militär, das ihn aufhalten sollte, begeistert empfing.

Er übernahm in Paris wieder die Macht und regierte weitere 136 Tage. 1815 wurde Napoléon bei Waterloo, (auch "Belle Alliance" genannt), in der Nähe von Brüssel endgültig besiegt. Frankreich musste die eroberten Gebiete wieder aufgeben, konnte sein altes Territoriun (einschl. Elsaß-Lothringens) aber vollständig erhalten.

Restauration

Es wurden nun wieder Könige aus dem Hause Bourbon eingesetzt, das mit Ludwig XVIII. und Karl X. immer despotischer regierte. Am 26. Juli 1830 löste Karl X. das Parlament auf. Auf den "Staatsstreich" reagiert die Opposition mit Aufrufen zum Widerstand gegen das Regime, es kam zur Julirevolution von 1830.

Haus Orléans

Nach dieser Revolution kam der liberale "Bürgerkönig" genannte Louis-Philippe aus der Nebenlinie Orléans des Hauses Bourbon auf den französischen Thron. Doch auch seine Herrschaft wurde nach weniger als zwei Jahrzehnten gestürzt.

Zweite Republik

1848 kam es zur Februarrevolution und eine zweite Republik wurde errichtet. Louis Napoléon Bonaparte, ein Neffe Napoléon Bonapartes wurde zum Präsidenten gewählt.

Zweites Kaiserreich

Am 2. Dezember 1852 krönte sich Louis Napoléon Bonaparte als Napoléon III. zum Kaiser. Er sicherte seine Macht durch Militär und Repressionsmaßnahmen ab. Eine erfolgreiche Außenpolitik sowie materielle Zugeständnisse an die Bevölkerung sicherten seine Macht zusätzlich ab. Sein Zweites Kaiserreich dauerte bis 1870, bis er bei Ausbruch des Deutsch- Französischen Krieges militärisch scheiterte und in preußische Gefangenschaft geriet. Siehe: Deutsch- Französischer Krieg

Pariser Kommune

Nach einer Kapitulation des Kaiserreichs kam es in Paris zum Volkswiderstand gegen diese Kapitulation, wo die so genannte Pariser Kommune entsteht. Die Abgeordneten der Kommune fordern die Gründnung einer föderalistischen Republik. Die konservative Mehrheit der französischen Nationalversammlung schickt Truppen gegen die Kommune. Nach zweimonatiger Belagerung kommt es vom 21. bis 28. Mai 1871 zu erbitterten Barrikadenkämpfen um die französische Hauptstadt. Fast ein Viertel der Arbeiterbevölkerung läßt bei den Kämpfen das Leben.

Dritte Republik

In der Folge wurde Frankreich wieder Republik. 1905 wurde als eine Konsequenz aus der Affäre Dreyfus die Trennung von Kirche und Staat (frz. laicité, dt. Laizismus) in der Verfassung verankert. Im 1. Weltkrieg von 1914-18 ("La Grande Guerre") verloren allein in den Schützengräben Frankreichs 1,6 Mio. Menschen ihr Leben. Frankreich gehörte nach dem Ersten Weltkrieg zu den alliierten Siegermächten und diktierte den Verlierern im Versailler Vertrag harte Bedingungen. Das 1871 an Deutschland verlorene Elsass-Lothringen wurde wieder Frankreich eingegliedert.

In der Zwischenkriegszeit gab es zunächst die Politik der Sicherheit am Rhein (1923 Ruhrgebietsbesetzung unter Ministerpräsident Poincaré), der die deutsch- französische Annäherung im Locarnovertrag 1925 folgte. Die folgenden Jahre waren Krisenjahre mit schnell wechselnden Regierungen.

Im Februar 1934 kam es überdies zu einem Putschversuch der faschistischen Bewegung Croix de feu. Nach dem Rücktritt von Edouard Daladier (1934) bildete Gaston Dumergue eine Regierung der nationalen Einheit (Union-nationale), die wieder ohne Zustimmung der Kommunisten und Sozialisten auskommen mußte. 1936 konnten die Parlamentswahlen von der neu gebildeten Volksfront aus Sozialisten, Kommunisten und Radikalsozialisten mit der Parole «Brot, Frieden, Freiheit» gewonnen werden.

Der Sozialist Leon Blum wurde 1936/37 und 1938 Ministerpräsident. Sein Nachfolger wurde zweimal der Radikalsozialist Edouard Daladier. Die Volksfront verfolgte konsequent das Prinzip der Nichteinmischung und war auf Frieden und Verteidigung eingestellt. Gegenüber Hitler-Deutschland verfolgte sie eine Appeasement-Politik. Erst als Hitler am 1. September 1939 die Wehrmacht in Polen einmarschieren ließ, reagiert Frankreich zusammen mit England mit der Kriegserklärung.

Frankreich war jedoch bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wegen der vorangegangenen innenpolitischen Auseinandersetzungen militärisch unvorbereitet. Deswegen blieb die französische Armee bis zum Einmarsch der deutschen Truppen nach Belgien am 10. Mai 1940 in der Defensive und beschränkte sich auf militärische Kräftedemonstrationen. Die Auseinandersetzung nach dem deutschen Angriff endete innerhalb weniger Wochen mit der völligen Niederlage der französischen Armee.

Staatspräsident Lebrun beauftragte nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Reynaud Marschall Pétain am 16. Juni 1940 mit der Regierungsbildung und Waffenstillstandsverhandlungen. Hitler konnte den Besiegten die Bedingungen mehr oder minder diktieren Am 22. Juni 1940 unterschrieb Marschall Pétain im historischen Eisenbahnwaggon im Wald von Compiègne den Waffenstillstand; an dem Ort, an dem auch der Waffenstillstand des Ersten Weltkrieges unterschrieben worden war.

Vichy-Regime

Nach der Niederlage 1940 gegen das Deutsche Reich entstand das konservativ-autoritäre Vichy-Regime (offizielle Bezeichnung war État Français), eine bis 1944 mit Deutschland kollaborierende Regierung des nicht besetzten Teils von Frankreich. Die Regierung erhielt ihren Namen von ihrem Regierungssitz, dem südfranzösischen Badeort Vichy. "Chef de l'État" war Marschall Henri Philippe Pétain. In Frankreich kam es zu bewaffnetem Widerstand durch die Résistance gegen die deutsche Besatzung und ihre Helfer. Bei der Landung in der Normandie und der Befreiung Frankreichs waren auch Truppen des "Freien Frankreich" unter Charles de Gaulle beteiligt. Er bildete am 9. September 1944 eine provisorische Regierung. Am 13.11.1945 wurde de Gaulle durch die französische Nationalversammlung zum Ministerpräsidenten gewählt.

Vierte Republik

Die so genannte Vierte Republik wurde nach dem Zweiten Weltkrieg am 13. Oktober 1946 durch einen Volksentscheid errichtet. Zum ersten Staatspräsidenten der IV. Republik wird der Sozialist Vincent Auriol gewählt. 1954 wird René Coty sein Nachfolger.

Frankreich wurde trotz der Niederlage 1940 gegen das Deutsche Reich von den Siegermächten (USA, Großbritannien, Sowjetunion) als gleichberechtigte Macht (Besatzungsmacht) anerkannt. Frankreich wurde auch eine der Veto-Mächte im UNO-Sicherheitsrat. In die Zeit der Vierten Republik fällt der Indochinakrieg, mit dem durch die Niederlage für Frankreich 1954 das Ende des französischen Kolonialreichs eingeleitet wurde. Die durch den Algerienkrieg ausgelöste Krise beendete die Vierte Republik, die 1958 Charles de Gaulle wieder an die Macht brachte, der darauf eine neue Verfassung ausarbeiten ließ.

Fünfte Republik

Diese neue Verfassung wurde zur Grundlage der so genannten Fünften Republik, die bis heute andauert. Seit 1958 ist Frankreich eine präsidiale Demokratie. Von 1958-69 blieb Charles de Gaulle Präsident der Fünften Republik. 1962 beendete er den Krieg in Algerien. Die meisten Franzosen mussten Algerien daraufhin verlassen. 1968 brachen in Paris Studentenunruhen aus, denen sich die Arbeiter anschlossen.

De Gaulle setzte Neuwahlen an und gewann noch einmal. 10 Monate später verlor er jedoch ein Referendum und trat zurück. Seine Nachfolger Georges Pompidou (1969-74) und Valéry Giscard d'Estaing (1974-81) führten seine Politik im wesentlichen fort. 1981 kam mit der Wahl des sozialistischen Staatspräsidenten François Mitterrand (1981-95) und den anschließenden Wahlsieg der Sozialistische Partei (PS) die Linke an die Macht. 1986 verlor Mitterand die absolute Mehrheit im Parlament und musste fortan mit dem gaullistischen Premier-Minister Jacques Chirac regieren, die Phase der Cohabitation begann.

Im Mai 1995 gewann Chirac die Präsidentschaftswahlen gegen den sozialistischen Kandidaten Lionel Jospin. Chirac verlor 1997 die absolute Mehrheit im Parlament an die Sozialisten, Jospin wurde Ministerpräsident. 2002 setzte sich Chirac bei den Präsidentschaftswahlen erneut gegen den sozialistischen Kandidaten Lionel Jospin und Jean-Marie Le Pen, den Chef der rechtsextremen Nationalen Front, durch. Jospin belegte nur Platz drei hinter dem Amtsinhaber Chirac und Le Pen, er trat von allen Ämtern zurück. Jean-Pierre Raffarin wird zum Premierminister ernannt.

In den letzten Jahrzehnten wurde die Annäherung und die Kooperation mit der Bundesrepublik Deutschland (siehe auch: Elysée-Vertrag) zentral für die ökonomische Integration Europas, einschließlich der Einführung des Euro im Januar 1999. Heute steht Frankreich an vorderster Front der europäischen Staaten und versucht, das Momentum der monetären Einheit zur Bildung einer einheitlicheren und stärkeren europäischen Verteidigung und Sicherheit zu nutzen.

Politik

Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat.

Aktuelle politische Lage

Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des Premierministers Jean-Pierre Raffarin die Mehrheit.

Außen- und Sicherheitspolitik

In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch "Kerneuropa") und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.

Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.

Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.

Frankreich ist seit 1960 Atommacht.

Frankreichs Militär verfügt über Kernwaffen und einen Flugzeugträger. Außerdem ist das Land ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.

Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale

Politische Gliederung

Das europäische Frankreich ist in 96 Départements unterteilt, die zu 22 Regionen zusammengefasst sind, von denen eine, Korsika, eine Collectivité territoriale mit Sonderstatus ist. Es gibt zudem noch

4 Überseedépartements (Départements d'outre-mer, D.O.M.), die jeweils auch eine eigene Region bilden: Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und Réunion (974)
· die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, C.D.) Mayotte (976)
· die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
4 Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, T.O.M.): Französisch-Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, TAAF)
· die Iles Eparses und die Insel Clipperton

Die DOM sind wie das Kernland Teil der EU, für die TOM gilt dieses nicht.

Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.


Geografie Frankreichs

Westliches Europa, grenzt an den Golf von Biscaya und den Ärmelkanal, liegt zwischen Belgien im Norden und Spanien im Süden, südöstlich vom Vereinigten Königreich; grenzt im Südosten an das Mittelmeer und im Osten an Italien, die Schweiz, Deutschland und Luxemburg.

Geografische Koordinaten:

Frankreich liegt zwischen 5° w.L. (Ouessant/Bretagne) und 8° ö.L. (bei Strasbourg) sowie 51° n.Br. (Dünkirchen) und 41° 20' n.Br. (Bonifacio/Korsika).

Fläche:
gesamt:547.030 km²
Land:545.630 km²
Wasser:1.400 km²
Anmerkung:Beinhaltet nur das Hauptgebiet Frankreichs, nicht die überseeischen Gebiete

Landesgrenzen:
gesamt:2.889 km
angrenzende Länder:Andorra 56,6 km, Belgien 620 km, Deutschland 451 km, Italien 488 km, Luxemburg 73 km, Monaco 4,4 km, Spanien 623 km, Schweiz 573 km

Küstenline:
3.427 km Klima: in weiten Teilen des Landes kühle Winter und milde Sommer, außer am Mittelmeer mit milden Wintern und heißen Sommern (Winterregenklima).

Relief:
überwiegend flache Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen; der Rest ist gebirgig, insbesondere die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Höhenextreme:
tiefster Punkt:Rhone Flussdelta -2 m
Höchster Punkt:Mont Blanc 4.808 m

Natürliche Ressourcen:

Kohle, Eisenerz, Bauxite, Zink, Kaliumkarbonat

Landnutzung:
Bewässertes Land:
16.300 km² (Schätzung 1995) Naturkatastrophen:

Überschwemmungen; Lawinen

Umweltprobleme:
(Einige) Wälder sind vom sauren Regen geschädigt; Luftverschmutzung durch Industrie und Verkehr; Wasserverschmutzung durch urbane Abwässer und Überdüngung durch die Landwirtschaft Anmerkung:

flächenmäßig größte westeuropäische Nation; Mistral: gelegentlich starker, kalter, trockener nord-nordwestlicher Wind


Liste der Städte in Frankreich

Liste der Städte in Frankreich mit mehr als 200.000 Einwohnern, Anordnung der Größe nach (8. März 1999):

1. Paris - 2.125.246
2. Marseille - 798.430
3. Lyon - 445.452
4. Toulouse - 390.350
5. Nizza - 342.738
6. Nantes - 270.251
7. Straßburg - 264.115
8. Montpellier - 225.392
9. Bordeaux - 215.363
10. Rennes - 206.229

Bevölkerung

Zum 1. Januar 2004 wird die Bevölkerung, einschließlich der Überseegebiete auf 61, 4 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerung ein. In der EU der 25 hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13%.

Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen.

Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2% der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6% im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-jährigen von 26,7% auf 25,3% gefallen.

2003 wurden 280 300 Ehen geschlossen, das sind 6000 (-2,1%) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.

Die Kindersterblichkeit beträgt 4,2 pro Tausend.

Der durchschnittliche Franzose hat eine Lebenserwartung von 75,8 Jahren, während die Französin auf 82,9 Jahren kommt.

Religionen:

· ~83%~88% Römisch-katholische Christen
· ~2% Protestantische Christen
· ~5%~10% Moslemisch
· ~4% keiner Religion angeschlossen
· ~1% Jüdische Religion

Ethnische Gruppen:

· Franzosen
· Bretonen
· Basken
· Deutsche (Elsässer)
· Araber
· Südostasiaten
· Westafrikaner

Sprachen

Neben der Amtssprache Französisch gibt es noch zahlreiche Minderheitensprachen: Bretonisch (ca. 300.000 in der Bretagne), Deutsch (Elsass und Lothringen), Niederländisch (ca. 80.000 an der Grenze zu Belgien), Baskisch, Katalanisch,Korsisch (auf Korsika),Okzitanisch / Provençalisch (in Südfrankreich), Italienisch (ca. 800.000 um Nizza).

Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl- Sprachen:
Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.

Die Anerkennung dieser Sprachen als Unterrichts- und Verwaltungssprachen wird zwar vielfach gefordert, kommt jedoch aufgrund der offiziellen Doktrin der Einsprachigkeit des Landes nur schleppend voran. Außerdem ist anzumerken, dass nur die wenigsten Franzosen überhaupt in der Lage sind sich in einer Fremdsprache zu verständigen.

Wirtschaft

Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders die Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom und Deutschland sein wichtigster Kunde.

· Tourismus (z. B. Logis de France)
· Weinbau (siehe Weinbaugebiete in Frankreich)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8% gegenüber den Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6%.

Sport

Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt hierbei die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich).

Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Grand Prix in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris).

In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.

Tourismus

· Nationalparks in Frankreich
· Skigebiete in Frankreich
· Paris
· Atlantik- und Mittelmeerküsten (z. B. Côte d'Azur)
· Schlösser in Frankreich

Weblinks

· Website des französischen Außenministeriums
· http://www.frankreich-forum.de/
· Frankreich Linkkatalog mit mehreren Hundert Links zu Politik, Wirtschaft, Tourismus
· Umfassendes Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte

[Quelle]
[Enzyklopädie: Frankreich. DB Sonderband: Wikipedia Herbst 2004, S. 91935]