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Länderinformationen Spanien

Das Königreich Spanien (amtlich Spanisch Reino de España, Katalanisch Regne d'Espanya, Galicisch Reino de España, Baskisch Espainiako Erresuma) ist ein Staat, der sich zwischen dem 36-43° 47' nördlicher Breite und dem 9° 22' westlicher - 3° 20' östlicher Länge erstreckt.

Spanien befindet sich, ebenso wie Portugal und das zum Vereinigten Königreich gehörende Gibraltar, auf der iberischen Halbinsel. Im Nordwesten, entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich und den Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen der Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der Kanaren, im Atlantik, sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum Staatsgebiet.

Der spanische Nationalfeiertag wird am 12. Oktober anlässlich der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus gefeiert (Día de la Hispanidad).

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
1.1 Tourismus
2 Politik
3 Autonome Regionen
4 Geographie
5 Städte
6 Bevölkerung
7 Kultur
8 Sport
9 Verkehr
10 Weitere Themen
11 Weblinks

Geschichte

Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an, deren Kolonien Cádiz (Gades) die berühmteste war. Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung "Hispania" (phöniz. "Küste der Kaninchen") ab.


Tourismus in Spanien

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Spanien. Das Land ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Welt. Im Jahr 2002 lag die Zahl der ausländischen Touristen in Spanien bei 51,7 Mio. (+1,6 Mio. bzw. +3,3% gegenüber 2001).

Mit insgesamt über 11,6 Mio. (+15,2% gegenüber 2001) ausländischen Touristen lag die Region Katalonien in der Gunst des internationalen Tourismus in Spanien an der Spitze. Eine ebenfalls sehr beliebte Urlaubsdestination stellten die Kanaren dar. Insgesamt verzeichnet die Inselgruppe 10,6 Mio. Touristen im Jahr 2002 (-1,8% gegenüber 2001). Weitere Gebiete von touristischem Interesse in Spanien sind die an das Mittelmeer grenzenden Autonomen Regionen rund um das Mittelmeer, v.a. Andalusien, die Balearen und Valencia. Bei den Städtereisen sind insbesondere die Destinationen Madrid, Barcelona und Santiago de Compostela bei Touristen beliebt.

Der grüne Norden

Eine der reizvollsten Küstenlandschaften ganz Spaniens erstreckt sich über die Regionen Kantabrien und Asturien. Die Küste ist hier stark gegliedert, die Wellen des Atlantiks branden gegen die Felsnasen, die steil zum Meer abbrechen. Etwa alle 20 Kilometer liegt ein Fischerort an der Küste, dessen Männer mit ihren bunten Booten aus dem Meer holen, was später in den örtlichen Restaurants auf den Teller kommt.

Saftige Wiesen mit Kühen und kleinparzellige Ackerflächen, auf denen Gemüse gezogen wird, bieten auf dem küstennahen Hügel- und Bergland das Bild einer ursprünglich betriebenen, vorindustriellen Landwirtschaft. Jeder Quadratmeter des fruchtbaren Landes wird bis an die Meeresgrenze heran genutzt.

Zum Baden laden die unzähligen kleinen Strandbuchten zwischen den Felsen ein, und für Naturliebhaber und Wanderer ist ein Ausflug in die Berge, in den Nationalpark Picos de Europa, Pflicht. In dieser Gegend Nordspaniens häufen sich die Zeugnisse steinzeitlichen Kunstschaffens.

In zahlreichen natürlichen Höhlen bannten die Vorfahren von Kantabrern und Asturern vor allem Tierfiguren, wie Bisons, Pferde und Hirschkühe, an die Felswände, sie schufen beeindruckende Bilderdecken, indem sie das natürliche Relief des Felsgesteins für eine plastische Darstellung ihrer Figuren nutzten. Teil von Beschwörungs- oder Fruchtbarkeitsritualen? Motive und kultureller Zusammenhang dieses Kunstschaffens lassen sich nicht eindeutig klären.

Am berühmtesten ist die Höhle von Altamira nahe Santillana del Mar, die sogenannte Sixtinische Kapelle der prähistorischen Kunst (um 11000 v. Chr.). Doch ist sie für die allgemeine Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Zu besichtigen sind u.a. die Cuevas de Puente Viesgo (Kantabrien), die Cueva de Tito Bustillo in Ribadesella (Asturien) oder die Cueva del Pindal (Asturien).

Der Spanische Jakobsweg

Der Legende nach wurde das Grab des Apostels Jakobus (span.: Santiago), heute Schutzpatron der Spanier, im Jahr 812 durch ein Sternenleuchten auf einem Feld (Campus Stellae) in Galicien entdeckt. Der Fundort hieß seit 1095 auf päpstliche Verfügung Compostela und entwickelte sich im Mittelalter zum wohl bedeutendsten Wallfahrtsort des Abendlandes - dies sicher nicht zufällig zu einer Zeit, als der Süden der Iberischen Halbinsel noch von Muslimen beherrscht wurde.

Nun traten die Christen im Zeichen von »Santiago Matamoros« (Jakobus dem Maurentöter) mit vereinten Kräften zur Vertreibung des Islam an, zur Reconquista. Der Pilgerstrom, der sich aus ganz West- und Nordeuropa über den Camino de Santiago ergoss, stärkte den Glaubenseifer der Reconquista, den Gedanken des Kreuzzugs gegen den Islam. Mit den Pilgerscharen entwickelten sich die Städte, es kamen Künstler und Baumeister, Kunsthandwerk und Handel erblühten.

Die Wallfahrt nach Santiago ist ein Mythos, sie steht heute wieder hoch im Kurs. Kulturreisende begeben sich auf die Fahrt, um die Kathedralen, Kirchen, Kapellen, Klöster, Pilgerherbergen und Hospitäler entlang der historischen Route zu besichtigen. Nostalgiker und Wanderer legen den Weg zu Fuß zurück, um das Pilger-Sein mit all seinen körperlichen Herausforderungen und Beschwerlichkeiten authentisch zu erleben und am Ende eines Tages in eben jenen Herbergen eine Schlafstatt zu finden, in denen die Wallfahrer schon vor Jahrhunderten nächtigten.

Der Weg beginnt in Roncesvalles in den navarrischen oder auf dem Somport-Pass in den aragonischen Pyrenäen. Hinter Pamplona bündeln sich die verschiedenen Wege in Puente La Reina zum Camino Francés. Er passiert das Weinland La Rioja mit seiner Hauptstadt Logroño und führt dann durch die kastilischen Städte Burgos, Frómista, Sahagún, León, Astorga und Ponferrada nach Galicien, wo es über Portomarín oder Lugo zur schönen Stadt Santiago de Compostela mit seiner prächtigen Jakobsbasilika geht.

Kastilien

Kastilien ist das Herzland Spaniens, und das nicht nur in geografischer Hinsicht. An der Wende vom 1. zum 2. Jahrtausend formierten sich hier die Kräfte zur Rückeroberung (reconquista) der von Arabern beherrschten Südhälfte der Iberischen Halbinsel, hier liegt die Keimzelle des spanischen Königreichs und der spanischen Nation.

Kastilien wurde nach seinen zahlreichen Burgen (span.: castillos) benannt, die sich als stämmige Festungswerke auf Felsen und Anhöhen aus der schier endlosen Weite oft öden Hügellandes erheben: die Zeugen einer kriegerischen und heroischen Epoche der Landesgeschichte.

Die ursprünglichen Bauherren waren - wenn nicht schon die Römer den Grundstein gelegt hatten - meist die Araber, die eine fortschrittliche Festungsarchitektur mit auf die Iberische Halbinsel gebracht hatten. Die christlichen Feldherren und der kastilische Adel machten sie sich zunutze. Im militärischen Panzer verbergen sich oft Adelsresidenzen, deren Innenausstattung den Einfluss der arabischen Dekorationskunst verrät: geschnitzte Holzdecken und mit Azulejos (Kacheln) in orientalischen Mustern verkleidete Wände.

Zu den schönsten Burgen Kastiliens zählen die der Duques de Medinaceli und das Castillo de Mombeltrán in der Provinz Ávila, Peñaranda del Duero und Castrojeriz in der Provinz Burgos, Coca und Cuellar in der Provinz Segovia, Peñafiel in der Provinz Valladolid, Almansa in der Provinz Albacete sowie Guadamur und Consuegra in der Provinz Toledo. Die Festungen dienten der Verteidigung, Überwachung und dem Schutz des umliegenden Landes. Sie liegen oft in der freien Landschaft, aber auch in den Dörfern und Städten Kastiliens.

Bei einer Bilderbuchreise in das spanische Mittelalter stehen die alten kastilischen Städte ohnehin im Mittelpunkt. Vielfach zieren sie die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Salamanca etwa kann sich rühmen, die älteste Universität Spaniens zu besitzen. Und die schönste Plaza Mayor dazu: einen ganz von Laubengängen gesäumten Stadtplatz, unter dessen Arkaden Cafés zum Verweilen einladen.

Ávila, die Stadt der heiligen Teresa, ist noch ganz von seiner mittelalterlichen Stadtmauer eingefasst. Segovia besitzt außer einem römischem Aquädukt eine prächtige Kathedrale, eine Palastburg und rund 20 romanische Kirchen. Toledo, auch Stadt der drei Kulturen genannt, wartet mit zahlreichen Zeugnissen aus einer Zeit auf, in der hier Muslime, Juden und Christen zusammenlebten. Die Burgen und Städte Kastiliens sind in Stein geschriebene Geschichte.

Die Mittelmeerküste

Fast 1.700 Kilometer lang ist die spanische Mittelmeerküste. Ihre landschaftliche Gestalt bietet viel Abwechslung: lange Sandstrände oder Steilküsten und Klippen, Feuchtzonen wie im Ebro-Delta oder Wüstenareale wie bei Almería.

Vielerorts steht die Küste ganz im Zeichen des Sommersonnentourismus, zubetoniert mit Hotelanlagen, Apartmentblöcken oder Reihenhaussiedlungen für solvente Zweitwohnungsinhaber, mit einer perfekten Infrastruktur für die diversen Sport-, Freizeit- und Nightlifebedürfnisse und mit Restaurants, in denen man bis hin zu Eisbein mit Sauerkraut alles Mögliche serviert bekommt - nur keine spanische Küche.

Doch hält dieses Szenario keine 1.700 Kilometer vor. Es wird durchbrochen von felsigen, wilden Küstenabschnitten, die sich für eine touristische Nutzung im großen Stil nicht eignen, von geschützten Naturparadiesen, von scheinbar unentdeckten Buchten und Fischerdörfern, in denen die alten bunten Holzboote ihren angestammten Platz auf dem Strand hartnäckig behaupten.

»Wild« ist der Auftakt der Küste im Norden: Mit ihrer Folge von idyllischen Buchten, teils nur über Wasser zu erreichen, zwischen ins Wasser stürzenden Felsbergen macht die Costa Brava ihrem Namen alle Ehre. Südlich von Barcelona folgt dann die Costa Daurada, die sich mit der landschaftlichen Schönheit der Costa Brava nicht messen kann, dafür aber ausgedehnte goldfarbene Sandstrände bietet. Sie endet am Ebrodelta, einer Sumpflandschaft mit ausgedehnten Reisfeldern, deren Ernten in ganz Spanien zu Paella verarbeitet werden.

Der Naturpark ist ein Refugium für Zugvögel. Im Süden schließt sich die Costa del Azahar an, deren Name »Orangenblütenküste« anzeigt, welche Frucht auf den ausgedehnten Plantagen dieser Region gezogen wird. Ein paar alte Orte wie das pittoreske Peñíscola, feinsandige Strände und viel Ferienbetrieb bestimmen hier das Bild.

Jenseits des Golfs von Valencia beginnt die Costa Blanca mit zerklüfteten Felsen, die ins Meer ausgreifen. Hier, rund um das Cap de la Nao, liegen die attraktivsten und ursprünglichsten Orte der Weißen Küste: Denia, Jávea, Altea. Dann folgen die großen Touristenhochburgen der Costa Blanca, allen voran Benidorm.

Ein Naturparadies, das vom Tourismus im großen Stil verschont blieb, ist das Cabo de Gata bei Almería. Hier ziehen die Fischer ihre Boote noch auf den Sandstrand, gibt es kleine Siedlungen mit kaum einer Pension. Hinter dem kurzen Abschnitt der Costa Tropical mit überwiegend felsiger Struktur und meist grobsandigen oder kiesigen Stränden hat die andalusische Costa del Sol ihren Auftritt: Sie ist unterteilt in einen »ruhigeren« östlichen Abschnitt, an dem um Nerja schöne kleine Badebuchten in die Felsküste gebettet sind, und die intensiv genutzten herrlichen Feinsandstrände westlich von Málaga. Hier amüsiert man sich in den Touristernhochburgen Torremolinos, Fuengirola und Marbella.

Córdoba

Wer die fast 800 Jahre dauernde Zeit der arabischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel verstehen möchte, sollte nach Córdoba fahren, die einstige Residenz der Kalifen von al-Andalus. Im Herzen der Stadt steht eine Moschee, umgeben von einer Mauer und von außen wie eine Festung anmutend, mit einem Innenhof voller Orangenbäume und Brunnen für die Reinigung der Muslime vor dem Gebet.

Die Architektur des riesigen Gebetssaals erinnert mit ihren über 800 Säulen an einen orientalischen Palmenhain. Die Mezquita von Córdoba ist ein authentisches Stück Morgenland im Abendland. Mitten in diesem großartigen Ensemble sitzt allerdings seit dem 16. Jahrhundert - wie eine Spinne im Netz - die Kathedrale der Stadt. Auch wenn die Händler von heute keine Turbane tragen, verbreiten die unzähligen Souvenirgeschäfte rund um die Mezquita Basaratmosphäre.

Dahinter kann man sich im Gassengewirr des einstigen jüdischen und des moriskischen Viertels verlieren: Auch die weißgekalkten Häuser mit üppig begrünten Innenhöfen, die jährlich Ende Mai herausgeputzt und zur allgemeinen Besichtigung freigegeben werden, versetzen den Besucher in eine andere Zeit ?

Die frühere Kalifenpalaststadt Medinat al-Zahra vor den Toren von Córdoba war einst eine der prunkvollsten Herrscherresidenzen der Welt, in der die Kalifenfamilie und etwa 20.000 Bedienstete lebten. Auf dem riesigen Ruinenfeld arbeiten die Archäologen seit 1910 an der Rekonstruktion der Gebäude. Mit einigem Erfolg, wie man sieht, denn der repräsentative Empfangssaal mit orientalischer Dekoration ist fast schon wiedererstanden.

Granada

Die Universitätsstadt Granada liegt malerisch vor den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada. Unterhalb des weißen Horizonts erhebt sich über der Stadt eine im Abendlicht rötlich schimmernde maurische Märchenburg: die Alhambra. Wer sie besichtigt hat, weiß, warum hier jedes Jahr rund 10 Millionen Besucher Einlass begehren.

Bis 1492, dem Jahr der endgültigen Vertreibung der Mauren von der Iberischen Halbinsel, residierte hier das arabische Geschlecht der Nasriden, das von hier aus das islamische Restreich in Spanien regierte. Den Kern der weiträumigen Festungsanlagen bildet eine Palastburg, deren mit Azulejos, Stuckwerk und Artesonadodecken, mit kufischen Lettern und Gipsornamenten geschmückte Räume sich rund um drei Innenhöfe gruppieren.

Der Sommerpalast der Sultane oberhalb des Ensembles, der Generalife, ist in weitläufige Gartenanlagen eingebettet, in denen es nach Blumen und Kräutern duftet und wo überall das beruhigende Murmeln von Wasser aus zahlreichen Brunnen zu hören ist. In der Stadt selbst ist auf dem Albaycín-Hügel ein moriskisches Viertel erhalten, das die UNESCO neben der Alhambra ebenfalls als Kulturerbe der Menschheit klassifizierte: Verwinkelten Treppengassen führen auf und ab, die kleinen weißgekalkten Häusern besitzen hinter Mauern versteckte Stadtgärtchen (cármenes) - eine gänzlich uneuropäisch bzw. unabendländisch wirkende Siedlung.

Mit der Eroberung Granadas durch die Christen endete diese Kultur. Granadas schöne Kathedrale und die ihr angegliederte Capilla Real, die Grablege der Katholischen Könige, stehen für die neue Zeit. Von Granada erreicht man schnell die Alpujarras, ein langgestreckes Bergtal zwischen dem Gebirgsmassiv der Sierra Nevada und den niedrigeren Küstengebirgen. Hierher flüchteten 1492 nach der Übergabe der Stadt an die Katholischen Könige die letzten arabischen Familien, bis sie 1609 endgültig das Land verlassen mussten.

Das Erbe der Mauren, die in den einsamen Bergtälern der Alpujarras ihre letzte Bleibe auf iberischem Boden gefunden hatten, zeigt sich bis heute ebenso in der Architektur der Dörfer mit ihren verschachtelten weißen Häuserkuben wie in der Landschaft mit ihren Terrassenfeldern, auf denen Mandel-, Orangen- und Ölbäume stehen.

Sevilla

Dem Zauber Sevillas wird sich kaum jemand entziehen können. Die Stadt gleicht einer Bühne, auf der das Leben täglich neu gefeiert wird. In den Bars und Gassen des Zentrums erklingen Gitarren, der Rhythmus von Flamenco und Sevillanas scheint allgegenwärtig. Andalusiens Hauptstadt liegt am Río Guadalquivir: Palmenreihen und weiße Hausfassaden mit ockergelb abgesetzten Tür- und Fensterahmen säumen ihn. An den Fluss grenzen die traditionsreichen Viertel Triana und Arenal, die ein Stück altes Sevilla repräsentieren.

Die oasengleichen Patios der Altstadthäuser und die lauschigen Plätze, auf denen man die lauen Sommernächte verbringt, verleihen der Stadt ein Flair von Süden, Wärme und Leichtigkeit des Lebens, das sogar in Spanien einzigartig ist. Die gotische Kathedrale mit ihrem maurischen Turm aus der Zeit der arabischen Herrschaft, der Giralda, das stimmungsvolle jüdische Viertel Santa Cruz und der Alcázar (Palast) Peters des Grausamen stehen ganz oben auf dem Besuchsprogramm.

Doch um der Seele der Stadt auf die Spur zu kommen, sollte man am Abend die Bodegas der Viertel Triana, Arenal und La Macarena - abseits der touristischen Trampelpfade - aufsuchen. Aus Fässern wird hier Sherry abgezapft, trockener fino, halbtrockener amontillado oder vollmundiger, leicht süßer oloroso. Sein Genuß lockert die Zungen von Thekennachbarn, ölt die Stimmen von Flamenco-Sängern, führt kurzfristig zu freundschaftlichen Banden ...

Zur Quelle dieses in Sevilla so beliebten Tropfens ist es nicht weit. In Jerez de la Frontera, von Sevilla auf dem Weg zum Arlantik gelegen, haben die wichtigsten Sherry-Kellereien des Landes ihren Sitz. Sie laden zu Führungen und Kostproben ein. Jerez ist übrigens auch ein Zentrum der Flamenco-Kunst und besitzt eine Escuela de Arte Escuestre, die gern mit der Wiener Reitschule verglichen wird.

Zusammen mit Jerez bilden Puerto de Santa María und Sanlúcar de Barrameda, zwei Fischerstädtchen am Atlantik, das Dreigestirm der andalusischen Sherryproduktion. Schon im 11. Jahrhundert wurde der Weinanbau auf dem Hügelland zwischen dem Städtedreieck eingeführt. Der manzanilla aus Sanlúcar passt ausgezeichnet zu den Langusten, die im Ort serviert werden.

Politik

Gemäß Verfassung vom 7. Dezember 1978 ist Spanien ein sozialer und demokratischer Rechtsstaat mit der Staatsform einer parlamentarischen Monarchie (Art. 1, Abs. 3 der spanischen Verfassung).

Der Königstitel ist erblich. Der derzeitige König ist Juan Carlos I. Der König ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Thronfolger ist Prinz Felipe, der gleichzeitig den Titel Fürst von Asturien (Príncipe de Asturias) trägt.

Die Rolle der spanischen Krone wird in der Verfassung im wesentlichen auf repräsentative Funktionen beschränkt. Darüber hinausgehende Funktionen des Königs sind die Bestätigung von Gesetzen und die Ernennung und die Entlassung des Regierungschefs.

Das oberste Gesetzgebungsorgan in Spanien ist das Parlament (Cortes Generales). Die Cortes unterteilen sich in zwei Kammern, das Abgeordnetenhaus (Cámera de los Diputados) und den Senat (Senado). Die 350 Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden per Direktwahl für vier Jahre gewählt.

Der Senat besteht aus 259 Sitzen. Davon werden 208 Mitglieder direkt vom Volk gewählt und die restlichen 51 von den Parlamenten der autonomen Regionen bestimmt. Senatoren werden für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt.

Der Ministerpräsident und die Regierungsmitglieder werden vom Abgeordnetenhaus gewählt.

Derzeitiger Ministerpräsident ist José Luis Rodríguez Zapatero von der sozialistischen Partido Socialista Obrero Español (PSOE).

Spanien ist seit Januar 1986 Mitglied der EU.

Autonome Regionen

Hauptartikel: Autonome Regionen Spaniens

Spanien gliedert sich administrativ in 17 Autonome Regionen oder Gemeinschaften (Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen Bundesländern, und in die zwei automomen Städte Ceuta und Melilla (Ciudades Autónomas).

Die Autonomen Regionen selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt 50 Provinzen (provincias), die fast alle nach ihrem jeweiligen Verwaltungssitz benannt sind. (siehe hierzu: Liste der Provinzen Spaniens)

Geographie

Spanien teilt sich die Iberische Halbinsel mit Portugal (im Westen) und der britischen Exklave Gibraltar (im Süden). Im Nordosten grenzt es an Andorra und, mit den Pyrenäen als Grenze, an Frankreich. Die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln liegen vor der Westküste Afrikas.

Der höchste Berg Spaniens ist mit 3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der Insel Teneriffa, die zu den Kanarischen Inseln gehört.

Die Städte Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen an das Mittelmeer sowie Marokko. Der nördlichste Punkt Spaniens ist die Estaca de Vares, der westlichste das Kap Toriñana, beide in Galicien, der südlichste die Punta Marroquí bei Tarifa, der östlichste das Kap de Creus. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 und von O. nach W. 1020 km.

Die Nordküste Spanien verläuft fast in gerader Linie und bildet nur zwischen Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña (spanisch La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden. Gegenüber den übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese Küstenabschnitte durch Schroffheit und schlechte Zugänglichkeit aus.

Ursächlich hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans Meer heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien häufig auftreten.

Auch die Westküste Spaniens trägt im ganzen diesen Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden, da hier die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten und sich im Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden.

Charakteristisch für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl weiter, flacher Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige Vorgebirge endende Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind gegliederter als die Nord- und Westküste und besser zugänglich. Die wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen nach Osten die Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht von Cartagena, an der Ostküste die Bahía von Alacant (spanisch Alicante) und der Golf von València.

Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero, der Tajo und der Ebro.

Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf:

· Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
· Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen (Steineichen, Korkeichen), Pinien
· Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen, Eichen, Kastanien, Wiesen

Intensiver Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.

Städte

Die größten Städte Spaniens sind Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla, Zaragoza, Málaga, Bilbao und Las Palmas de Gran Canaria.

Siehe: Städte in Spanien (Liste aller Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern und aller Provinzhauptstädte)

Bevölkerung

In Spanien werden überwiegend die iberoromanischen Sprachen Spanisch (Castellano), Katalanisch und Galicisch, sowie das Baskische gesprochen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer sehr geringen Anzahl von Menschen gesprochen wird. Zu diesen zählt Aragonesisch und Aranesisch. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet Amtssprache, während die anderen drei nur in manchen Gebieten diesen Status genießen.

Spanien ist ein vorwiegend katholisches Land. 94% der Staatsbürger gehören der römisch-katholischen Kirche an.

Kultur

· Literatur: Miguel de Cervantes, Rosalía do Castro, Federico García Lorca, Javier Marías
· Film: Pedro Almodóvar, Julio Médem, Luis Buñuel
· Malerei: Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El Greco, Joan Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
· Bildhauerei: Eduardo Chillida
· Architektur: Antonio Gaudi, Santiago Calatrava

Sport

Fußball ist in Spanien der mit Abstand wichtigste Publikums- und auch ein viel betriebener Breitensport.

Weitere Mannschaftssportarten sind Basketball, Handball und Volleyball, an den Universitäten erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit.

Der Motorsport, insbesondere Rallye (Carlos Sainz ist derzeit der bekannteste spanische Fahrer), Formel 1 (Fernando Alonso) und Motorradrennen genießen die Aufmerksamkeit der Zuschauer.

Bedeutende Individualsportarten sind der Radsport und Tennis, desweiteren Padel, eine realtiv neues, dem Tennis ähnliches Spiel, und Golf.

Im Nordosten Spaniens wird Pelota, der baskische Nationalsport, gespielt.

Ein typisch spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der in der Regel jedoch nicht als Sportart angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger ist er als eine Kunst anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine wichtige Rolle spielen. In den Augen vieler Kritiker stellt er eine archaische und brutale Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr verbundenen Tierquälerei nicht wert ist, in ihrer heutigen Form fortgeführt zu werden.

Verkehr

Spanien verfügt über ein gut ausgebautes Straßen- und Autobahnnetz. Das Bahnnetz (traditionell Breitspur) wird durch ein normalspuriges Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE) ergänzt. Rund 40 Städte verfügen über einen Flughafen für Verkehrsmaschinen.

Weitere Themen

· Tourismus in Spanien
· Kfz-Kennzeichen (Spanien)
· Liste der spanischen Küsten
· Portal Spanien

Weblinks

· Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
· Spiegel online / Jahrbuch / Spanien
· www.guiadeayuntamientos.info spanischsprachige Website mit Informationen über

[Quelle]
[Enzyklopädie: Spanien. DB Sonderband: Wikipedia Herbst 2004, S. 264297]